Free André

Dezember 1, 2007

Aus tiefer, innerer Überzeugung, die den letztlich notwendigen Anstoß durch den in der Überschrift angedeuteten Film (gut, wenn auch etwas reißerisch) erhalten hat, bleibt mein Fernseher in Zukunft aus. O Ja! Ein gutes Buch war doch schon immer die intellektuelle Alternative zum Boulevard.

Werde ich das durchstehen? Natürlich nicht.
Kann ich es wenigstens kontrollieren? Vermutlich.

Denn in meiner Situation lebte wahrscheinlich selbst der überzeugteste Hardliner nicht in Askese, da sich das Wohnzimmer nun für mich um einen Fixpunkt erweitert hat, von dem viele Normalverdiener allabendlich in der 9Live-Warteschlange träumen.
Ein LCD-TV der allerneuesten Generation.

Eine schwere Prüfung für einen frischgebackenen TV-Revoluzzer, aber ebenso die Chance, von nun an alles richtig zu machen.
Richtlinien der eigenen Vernunft werden mich in Zukunft vom privaten Fernsehen weitesgehend fernhalten, wenn das TV-Gerät angeschaltet wird sollten die öffentlich-rechtlichen Programme Vorrang haben (immerhin zahlt dieser Haushalt GEZ-Gebühren).
Das hört sich natürlich für den geneigten Leser bieder und altbacken an, aber auch die „Dritten“ Programme bieten mitunter gute Unterhaltung.
Der Musikfan freut sich über den Rockpalast, Politikinteressierte schmunzeln bei extra 3, Comedy-Liebhaber lachen über Dittsche und Krimifans schauen den Tatort.
Hört sich doch gar nicht so schlecht an, auch wenn eine Revolution anders aussieht.
Doch wer soll der Fahnenführer der echten Revolution sein? Wer überzeugt die Massen dass „Frauentausch“ kein anspruchsvolles Format ist und ist seiner Sache loyal gesinnt?

Ich werde es mit bestimmter Sicherheit nicht sein, aber Ich werde diese Person dann von meinem Sofa aus in High Definition sehen können, und gleichzeitig über die Übersetzerin für Gebärdensprache in den Phoenix Bild-in-Bild-Nachrichten lachen können.

~André