Wer bin ich? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Wer begleitet mich?

Wir stellen uns laufend diese Fragen, aber beantworten wir sie auch? Kommt man überhaupt dazu sie zu beantworten oder sind Teenager-Zeit und Midlife-Crisis die einzigen Momente der Unendlichkeit in denen wir uns die Zeit nehmen, obwohl wir nie Zeit haben, darüber nachzudenken? Ich kann das Problem nur aus meiner Perspektive schildern, aber wenn dieser Blog (und das Internet, und Ich, und unsere Gesellschaft, und der Kapitalisums….nein, der wohl eher nicht) noch 30 Jahre existiert kann ich vielleicht eine Gegendarstellung der zweiten Denkphase darlegen.

Während ich mir, nachdem ich mir die Zeit gewaltsam genommen habe, Gedanken über mich selbst mache, kommt immer die Überlegung auf ob es überhaupt möglich ist sich selbst zu ergründen.

Vielleicht macht auch genau das die Spannung des Lebens aus, nicht zu wissen wer man ist und sogar sich selbst gegenüber unberechenbar zu sein. Natürlich ist das etwas naiv, aber manchmal ist es schön naiv zu sein und sich einfach mal dem kalten, rationalen Denken zu verweigern, und die Romantik der Naivität zu genießen. Leider bin ich nicht naiv.

Was soll ich also tun wenn ich die Frage immer wieder aufrolle, aber zu keinem Ergebnis komme? Ständiges Nachdenken hat bisher keine Frucht getragen, und wenn man merkt das man in einer Salzwüste nur schwer Getreide anbauen kann sollte man entweder den Standort oder die Feldfrucht ändern. Leider habe ich momentan keine Landkarte und auch keine anderen Pflanzensamen.

Mein Problem der Selbstfindung scheint dahingehend akut zu werden, wenn ich mir Gedanken über die Zukunft machen will/soll/muss. Woher soll ich wissen was ich später einmal (wobei dieses „später“ bedrohlich nahe rückt) machen möchte? Ich kenne zwar meine Interessen, aber kenne ich meine Bestimmung (sofern es eine gibt)? Vielleicht bin ich ja der begabteste Geologe aller Zeiten und werde es niemals erfahren, weil ich mich entschieden habe Schuhe zu verkaufen. Vielleicht bin ich aber auch ein begnadeter Schuhverkäufer und habe mich genau richtig entschieden.

Warum sollte ich also meine Zeit in der Schule verschwenden, wenn die Schule des Lebens viel wichtigere Geheimnisse entschlüsseln kann?  Auch hier stehe ich wieder vor einem Dilemma: Ich kann Jahre meines Lebens opfern um dann herauszufinden das ich meinen „optimalen“ Lebensweg nicht mehr erreichen kann, weil mir die Universität den Einlass verwehrt? Oder aber ich opfere Jahre meines Lebens um alles auf die 42 zu setzen und mich an den Prozenten feshalte.

Für mein Pokerspiel kann ich mir das vorstellen, für mein Leben eher weniger.

~André

I might need a break

Februar 6, 2008

Hallo lieber Weblog, da bin ich wieder.

Es ist ja jetzt schon ein bisschen her dass ich dich besuche, und seit dem letzten Mal ist meine Rechtschreibung noch nicht besser geworden. Und das ist nicht alles. Die Fernsehgeschichte ist zu meiner Zufriedenheit gelaufen, um ehrlich zu sein hätte aber jeder Mensch mit ein wenig Verstand RTL und Konsorten in den letzten Monaten auf die hinteren Sendeplätze verbannen müssen, aber das ist ein anderes Thema, denn positive Geschehnisse sind ja wenig brisant un von daher zu vernachlässigen.

Eben deshalb sollst du, lieber Weblog, mir als Ort der Reflektion meiner Person und meines Handelns dienen, weniger für den geneigten Leser, sondern vor allem für mich selbst. Denn wer kann im Alter von 18 Jahren schon einen klaren Kopf vorweisen? Die vielen Puzzle-Teile in meinem Kopf, über die ich mich definiere, sind noch lange nicht zu einem Bild verknüpft, und solange ich noch keines der vier Eckteile gefunden habe, brauche ich gar nicht erst anfangen über die Identitätskrise an sich nachzudenken, ich tue es aber trotzdem. Und wenn alles gut geht sogar regelmäßig.

~André

Free André

Dezember 1, 2007

Aus tiefer, innerer Überzeugung, die den letztlich notwendigen Anstoß durch den in der Überschrift angedeuteten Film (gut, wenn auch etwas reißerisch) erhalten hat, bleibt mein Fernseher in Zukunft aus. O Ja! Ein gutes Buch war doch schon immer die intellektuelle Alternative zum Boulevard.

Werde ich das durchstehen? Natürlich nicht.
Kann ich es wenigstens kontrollieren? Vermutlich.

Denn in meiner Situation lebte wahrscheinlich selbst der überzeugteste Hardliner nicht in Askese, da sich das Wohnzimmer nun für mich um einen Fixpunkt erweitert hat, von dem viele Normalverdiener allabendlich in der 9Live-Warteschlange träumen.
Ein LCD-TV der allerneuesten Generation.

Eine schwere Prüfung für einen frischgebackenen TV-Revoluzzer, aber ebenso die Chance, von nun an alles richtig zu machen.
Richtlinien der eigenen Vernunft werden mich in Zukunft vom privaten Fernsehen weitesgehend fernhalten, wenn das TV-Gerät angeschaltet wird sollten die öffentlich-rechtlichen Programme Vorrang haben (immerhin zahlt dieser Haushalt GEZ-Gebühren).
Das hört sich natürlich für den geneigten Leser bieder und altbacken an, aber auch die „Dritten“ Programme bieten mitunter gute Unterhaltung.
Der Musikfan freut sich über den Rockpalast, Politikinteressierte schmunzeln bei extra 3, Comedy-Liebhaber lachen über Dittsche und Krimifans schauen den Tatort.
Hört sich doch gar nicht so schlecht an, auch wenn eine Revolution anders aussieht.
Doch wer soll der Fahnenführer der echten Revolution sein? Wer überzeugt die Massen dass „Frauentausch“ kein anspruchsvolles Format ist und ist seiner Sache loyal gesinnt?

Ich werde es mit bestimmter Sicherheit nicht sein, aber Ich werde diese Person dann von meinem Sofa aus in High Definition sehen können, und gleichzeitig über die Übersetzerin für Gebärdensprache in den Phoenix Bild-in-Bild-Nachrichten lachen können.

~André